Häckselstreuen

Die Freunde/Verwandten – meist nur die Jüngeren – reisen von der Wohn-/Elternanschrift der zukünftigen Frau zur Wohn-/Elternanschrift des Mannes, wobei eine Spur gelegt wird, die eine beiden Orte miteinander verbindet.

Der Weg führt vorbei an (fast) allen Anschriften der nicht verheirateten, ehemaligen Partner(-innen) von Braut und Bräutigam. Bei den Verflossenen wird solange Häcksel (Stroh) gestreut, bis sich der Betroffene durch Herausgabe von Bier und Schluck erkenntlich zeigt.

Die Fahrt findet in der Regel ohne das Paar statt, endet aber bei Ihm. Mit dem restlichen Stroh wird (ihm Rahmen der Möglichkeiten) das Haus und der Garten des Paares eingedeckt, anschließend gegrillt, gefeiert und getrunken. Lagerfeuer etc, je nach Örtlichkeit. Dies geschieht dann auch mit dem Paar, bei dem Paar.

Der Start und Zielort sind so änderbar, dass es eine schöne Reise und einen netten Abend im Grünen ergibt, z.B. auf dem elterlichen Hof. Benötigt werden ein Traktor, Anhänger, Stroh, Musik, Getränke und das Wissen der Freunde, mit wem das Paar fest zusammen war.

Die Ehemaligen werden vorher natürlich informiert, damit sie auch da sind und da sie ja auch Getränke vorhalten müssen und evtl., je nachdem wie das Verhältnis ist, sind sie ja auch später noch gern gesehen.

Der Brauch ist in Kritik geraten, nachdem es vereinzelte Unfälle gab, bei denen 1) Personen während der Fahrt vom Hänger fielen oder es 2) zu starken Verschmutzungen der öffentlichen Straßen gekommen ist.

Da in der heutigen Zeit der großen Mobilität die Wohnorte der Braut und des Bräutigam oft weit auseinander liegen, hat sich der Brauch nur dort halten können, wo die logistischen Voraussetzungen noch zu finden waren und zwar bei Paaren mit Beziehungen zu landwirtschaftlichen Betrieben.

 

Sägen

In einigen Regionen wird nach der Trauung ein auf einem Sägebock liegender Holzstamm gemeinsam von Braut und Bräutigam zersägt. Man verwendet dafür eine Schrotsäge, bei der es darauf ankommt, stets abwechselnd zu ziehen, damit sie sich nicht verklemmt.

einer Brauch steht für die gemeinsame, gleichberechtigte Arbeit, die das Brautpaar in ihrer Ehe versuchen möchte. Er symbolisiert die notwendige Balance von Reden und Hören, von Aktiv sein und “Sein-Lassen”, und die notwendige Aufmerksamkeit für die jeweiligen Bedürfnisse des Partners.

 

Letsch

Früher verlas der Pfarrer an drei aufeinander folgenden Sonntagen die drei vorgeschriebenen Aufrufe zur Eheverkündigung im Hochamt von der Kanzel. Im Anschluß an den ersten Aufruf – der Letsch – kamen die Freunde und Bekannten der Brautleute im Elternhaus der Braut zu einem Umtrunk zusammen.

Eine echte Letsch findet daher an einem Sonntag statt, meist drei Wochen vor der Trauung. Der Umtrunk beginnt gegen Mittag und dauert oft bis tief in die Nacht. Zur Letsch wird nicht förmlich eingeladen – wer kommen mag, der kommt. Heute ähnelt die Letsch häufig einem Polterabend, der auf das Poltern verzichtet.
Brautschleier
Der weiße Brautschleier der Braut stand ursprünglich für deren Jungfräulichkeit. Früher war dies auch der einzige weiße Bestandteil der Hochzeitsgarderobe der Braut.

So wurde im bäuerlichen Umfeld in der Sonntagsgarderobe geheiratet. Traditionell war eine schwarz. Erst später wurde die Farbe des Kleides ebenfalls weiß. Um Mitternacht war die Braut keine Braut, sondern nunmehr Ehefrau. Deshalb wurde dann der Schleier abgenommen.

einer Hochzeitsbrauch existiert noch heute. Oft erfolgt um Mitternacht ein Schleiertanz. Die Braut tanzt alleine und alle unverheirateten Frauen versuchen, ein Stück des Schleiers abzureißen. Wer das größte Stück des Schleiers erwischt hat, soll gemäß dem Brauch die nächste Braut sein.

 

Glückspfennig im Schuh

Ein aus England stammen der Hochzeitsbrauch hat sich auch in Deutschland zu einer beliebten Tradition entwickelt. Danach soll die Braut zu ihrer Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich tragen und in ihre Kleidung integrieren.

Etwas Altes steht für das bisherige Leben der Braut vor der Ehe (Beispiel: ein altes Schmuckstück) etwas Neues steht als Symbol für das beginnende Eheleben der Braut (Beispiel: das neue Brautkleid) etwas Geliehenes steht für Freundschaft und soll Glück in der Ehe bringen

Die Braut leiht sich etwas von einer glücklich verheirateten Freundin (Beispiel: ein besticktes Taschentuch) etwas Blaues als Zeichen der Treue (Beispiel: das blaue Strumpfband) ein Glückspfennig im Schuh als Zeichen des Wohlstands.

Meistens fällt der Teil “and a lucky six-pence in your shoe” weg, weil einer nicht in jedem Land zur Überlieferung mehr herangezogen wurde.